Freitag, 20. Juli 2012

Aktueller Stand der Dinge

Hallo ihr Lieben
Wir erhielten vor gut zwei Stunden die doch so lang ersehnte Nachricht bezüglich der Anstellung auf dem Perlenboot:
Good morning Ramon and Gerdie
Very sorry but no additional crew are required for the next trip, I am now looking at the end of August as a possibility.
Kind regards,
Mark
Wir sind nicht enttäuscht, wir sind eher froh, nun unsere Reise endlich fortsetzen zu dürfen. :)
Kununurra ist unsere nächste Hoffnung auf Arbeit. Dort warten unzählige Obst- und Gemüseplantagen. Vielleicht haben wir ja dort Glück!?

Soeben haben wir noch einen Großeinkauf bei Coles getätigt, waren tanken und haben unsere Wasserreserven aufgefüllt: Es warten weitere 1000 Kilometer trockenes und staubiges Kimberley auf uns. Reisende rieten uns, die einzigen beiden Ortschaften Fitzroy Crossing und Halls Creek, die sich zwischen Broome und Kunurra befinden, zu meiden – so herrsche dort doch eine ziemlich hohe Kriminalitätsrate und in dieser Region sollten wir am Highway keine Rast einlegen, zu häufig wurden dort schon Reisende auf ihren Wegen von Aborigenees zum Anhalten gezwungen und ausgeraubt.

Gerdie scheißt sich jetzt schon in die Hosen, habe ich sie doch dazu genötigt mit mir neulich den wirklich schlechten Film „Woolf Creek“ anzuschauen! :D ( …  Booooor! Der war wirklich grausam! Eine Backpackerkarre wie unsere auf dem Weg von Broome nach Darwin…. Die Karre bleibt  stehen, ein vermeintlich Freundlicher (der sie in HALLS CREEK!!! Bereits gesehen und verfolgt hatte) bietet  ihnen Hilfe an…. Am Ende sind alle tot!!!!!! O.O!!!!! aaaaaah!) Okay?! :D

Wir melden uns so bald wie nur möglich zurück
Die liebsten Grüße

Donnerstag, 19. Juli 2012

Nachtrag: Lonelyness Western Australia

Autsch – das tat weh, man hat es Kritik gehagelt:
„Wo war eure Motivation während des Schreibens?“, „Na, keine Lust gehabt?“, „Beim letzten Mal wart ihr aber fröhlicher und etwas informativer…!“, „Wenigstens gab es am Ende eine kleine Steigerung…!“.
Ne, so nicht Freunde! Das lassen wir so nicht auf uns sitzen. Da kritisieren die einfach unseren Blog!! :D Dürfen wir nicht auch mal schlechte Laune haben und  dies schriftlich vielleicht ein wenig zur Schau stellen???!! Uns mit kleinen versteckten Bemerkungen nicht doch auch mal ein wenig abreagieren?!!?
Ja, ganz recht, wir waren beleidigt! :D Erst der Arschtritt der Information-Tuse aus Port Hedland und nun folgt auch noch einer unserer Familien?! :D Nenene….
Aber gut, wir müssen es uns eingestehen. … Eventuell ….  :P  :D
Nachdem wir unseren Blog soeben erneute drei Mal studiert haben, müssen wir uns nun doch geschlagen geben und zugeben: Ihr habt Recht!
Ja, es war wohl ein wenig zu viel „Lustlosigkeit“ vorhanden. Im Moment sind wir ein wenig frustriert oder besser gesagt: Es macht sich eine Art Verzweiflung breit. 
Wir bereisen aktuell, wir ihr ja wisst, eines der schönsten Länder der Welt – doch allmählich „ermüden“ wir. Ja, derzeit macht sich bei uns, wie erwähnt, ein gewisser Lagerkoller breit. Schließlich, oh ja, haben wir die „Halbjahresgrenze“ überschritten, sind sogar schon beinahe bei den Siebenen angekommen und sind schon, ja, ein wenig stolz auf uns.
Die bekannte „Reizüberflutung“? Nach dieser langen Weile wird es doch wohl langsam mal Zeit für einen kleinen Nervenzusammenbruch? :D
Wir sollten euch wohl einfach an unserem Leid teilhaben lassen und versuchen, zu erklären, warum sich in unserem letzten Blog diese „Ermüdung“ wiederspiegelte. Außerdem, na gut, arbeiten wir den alten Blog noch ein wenig auf :P vielleicht gab es ja hier und da noch etwas mehr zu berichten;):
Dieses Land ist wundervoll. Wir genießen Australien in vollen Zügen – ja, wir sind glücklich und stolz zugleich, dass wir die Chance haben, all diese wundervollen Erfahrungen erleben zu dürfen! Wir kauften uns ein doch ziemlich geräumiges Auto, erschufen in ihm unser zu Hause. Ja, es scheint, als ob wir uns hier ein kleines, eigenes Leben aufgebaut hätten. Wir reisen wie Zigeuner durch dieses weite Land, können überall dorthin, wo es uns gefällt und da Verweilen, wo wir es für schön befinden. Ein Vergleichbares Gefühl von Mobilität, Flexibilität und Freiheit werden wir wohl in diesem Maße nie wieder erleben.  All diese Erfahrungen, fern ab unserer normalen, geregelten Leben sind ganz besondere, die wir in Zukunft nicht missen möchten. Versucht euch einmal vorzustellen, wie es ist, den ganzen Tag unter freiem Himmel zu verbringen, morgens um 5 durch die Gesänge verschiedener „Urwaldvögel“ geweckt zu werden, die Sonne im Gesicht zu spüren bei jedem einzelnen Frühstück…. Im Freien zu kochen, zu leben und zu schlafen… die  Autotür einfach aufzureißen und die Milchstraße über einem zu haben… mitten in der Nacht aufzuwachen und die Grillen zirpen zu hören, die Kleidung mit Flusswasser zu waschen und Wäscheleinen zu bauen, mitten in den Bäumen….Kängurus und Koalas zu sehen, dort, wo man sie gar nicht erwartet hätte, auf jeglichen Luxus zu verzichten und schon über ein Käsebrot glücklich zu sein J
Wir beide merken jedoch immer mehr, dass ein Leben fern ab geregelter Strukturen ganz schön anstrengend sein kann. Je länger wir an einem Ort verweilen und  unsere Tagesabläufe mit nichts Sinnvollem füllen können, gehen wir kaputt! :D Und genau das ist aktuell der Fall! Broome ist wunderbar und wie wir in unserem letzten Blog erwähnten, fühlen wir uns hier wohl und endlich mal wieder in Gesellschaft von Menschen. Ja, wir konnten hier unsere Akkus wieder aufladen – doch diese sind mittlerweile mehr als übervoll! Wir möchten weiter, andere Dinge sehen und erleben. Broome ist eine Kleinstadt: Wir haben alles gemacht, was man hier nur machen kann:
Wir haben so viele Sonnenuntergänge am Cable Beach gesehen… (also, wenn wir bis zu unserem Tode von nun an nie wieder einen Sonnenuntergang miterleben werden, haben wir im Schnitt 200 % mehr Sonnenuntergänge als der Durchschnittsdeutsche gesehen :D) ,
waren fast täglich schwimmen:(Jaa, wir kauften uns ein Board und stürzen uns seither regelmäßig, ok hier in Broome fast täglich, in die Wellen. Sie sind so hoch und gewaltig, dass sie und fast im Sekundentakt überrennen. Es ist ein riesen Spaß und ganz ehrlich, bei den hiesigen Temperaturen kann man es auch nur im Wasser und am Strand aushalten!) ,
waren, wie ihr ja wisst an Ramons Geburtstag  Kamele reiten: (Wisst ihr eigentlich, wie sehr Kamele stinken? :D Doch das unglaublich flauschige Fell (okay ich finde dann eher, dass es wie ein ungekämmtes, zerknautschtes, filziges Schafsfell ist…. Ich weiß nicht, was Ramon unter weich versteht… hat seine Freundin denn nicht die weichsten Haare der Welt, die er täglich streicheln könnte??????????) entschädigt alles. Jacko, unser Kamel war wirklich lieb. Wir durften als Vorletzte unser Kamel besteigen, haben also mitverfolgt, wie sich die anderen Kamele anstellen, wenn sie ihre Last an Menschen – meine Güte die armen Viecher,… manche hatten wirklich eine ZIEMLICHE LAST zu tragen – wir verstehen gar nicht warum es keine Grenze an mitgebrachtem Körperfett gibt :D – hochhieven müssen. Als sich das Kamel hochhievte, schrien seine Insassen fürchterlich, mit einem Ruck schaukelte und wackelte sich das Kamel nach oben…. Wir hatten schon die Muffe am sausen: Dann waren wir an der Reihe: Wir setzten uns auf den Rücken des Kamels und sollten uns gut festhalten und unseren Oberkörper nach hinten strecken. Das taten wir dann auch prompt :D Verkrampft und stocksteif nahmen wir die erwünschte Position ein und warteten darauf, dass sich das Kamel aufrichtete. Mit einem Ruck und gar nicht so durchgeschüttelt wie erwartet, saßen wir auf dem stehenden Kamel. Es ging über den berühmten Cable Beach am wunderschönen Ozean in der Karawane entlang. Man war das toll! Ein wenig wie ein Ritt auf einem Pferd nur viel gemütlicher und natürlich langsamer… nicht umsonst werden die sanften Riesen auch „Wüstenschiffe“ genannt,
waren Teil der magischen Nacht Staircase to the Moon: (Ihr wisst nun ja was es mit dem Staircase auf sich hat, also brauchen wir euch das nicht nochmal auf die Nase binden :P. Bevor es so weit war, hat Gerdie noch mit Jenny, einer sehr guten Freundin telefoniert und Ramon hat schon mal einen Platz am Strand reserviert. „Schon mal“ ist gut gesagt, wie Weiber ja so sind, durfte Ramon 2 Stunden auf Gerdie warten, doch 20 Minuten bevor das Spektakel  losegehen sollte, erschien Madame dann doch mal aus dem Mangroven Dickicht :D Wir waren unglaublich gespannt, was uns erwarten würde, aber es konnte nur toll werden. Hinter uns füllte sich der Strand mit Menschen. Wir waren nicht die einzigen, die ihr komplettes Hab und Gut mit an die Bay nahmen: Stühle, Tische, Kühlboxen…  einige kochten sich noch ihr Abendessen auf Gaskochern , wirklich alle waren für den Mondaufgang gewappnet. Auf der Grasfläche vor dem Strand wurde ein „Staircase Market“ errichtet:  Es gab Geschirr, Töpfe, Keramik, Schmuck usw., wirklich alles Erdenkliche mit dem Staircase „Logo“ drauf… Ja, so vermarktet man dieses Naturschauspiel richtig! :D  Als es dann so weit war, waren wir total begeistert! Es war wirklich magisch. Nicht, dass wir schon mal einen Mondaufgang miterlebt hätten, aber SO EINEN hatten wir uns beim besten Willen nicht vorgestellt! Es sah wahrhaftig aus wie eine goldene Himmelsleiter, die zum  orangefarbenen Mond führte. Alleine das Bild, wie die Menschen dieses Spektakel verfolgten und gebannt ihre Fotos schossen… Es war wunderbar. Am Ende waren wir dann aber doch ziemlich müde und eingefroren…. So gehen wir hier doch spätestens zwischen 19:00 Uhr und 20:00 Uhr zu Bett, ja das hat sich hier so eingebürgert, … dafür wachen wir auch jeden Morgen gegen halb 6 mit dem Sonnenaufgang und dem beginnenden Vogelgesang auf. In Deutschland: Unvorstellbar!:D Unser Touristenprogramm wurde weiter fortgesetzt – jaaa, wir fühlten uns wirklich mal wie Urlauber, ihr wisst ja gar nicht wie gut das tat J -
haben die Willie Creek Pearl Farm Tour mitgemacht: Nach ca. einer Woche Aufenthalt in Broome machten wir uns spontan mal auf den Weg zu dieser Perlenfarm. Sie liegt ungefähr 40 Kilometer nördlich von Broome via Dirt Road. Somit erkundigten wir uns zuvor im Information Center, ob die Straße nicht doch auch mit einem 2WD passierbar sein würde – sie rieten uns davon ab – dennoch, so jung und naiv wir sind (außerdem wäre es auch noch teurer gewesen, uns dorthin karren zu lassen), wagten wir uns in das Abenteuer: Dirt Road hoch Zwei! :D Man was eine Piste!! Sie bestand nur aus Sand! Mal ziemlich tief, mal wieder fast normal passierbar und dann wieder mit einem riesenhaften Sandhaufen vor unserem Wagon, den er mit überhöhter Geschwindigkeit  und einem höllischen Rumps doch glatt passierte! Wir schrien und schwitzten – und das bei jedem Durchdrehen der Reifen auf Grund von zu tiefem Sand oder einer noch so kleinen Bodenwelle :D Es war total witzig. So dachten wir uns doch: hier fahren so viele dicke Geländewagen lang – dessen Insassen uns alle abergläubisch beim Dran-vorbeifahren  anstarrten – mit super ausgestatteten Aussis drin, die auch sicher besonders scharf darauf waren, zwei junge, irre Deutsche aus dem Sand zu karren :D Aber wir brauchten deren Hilfe nicht! Unser Wagon kann halt auch mit einem Geländewagen mithalten! Stolz! Wir sollten allerdings den zukünftigen Käufern unseres Autos davon nichts erzählen?!  In Sand eingehüllt, schweißnass und mit einem breiten stolzen Grinsen im Gesicht schepperten wir mit 80 Sachen auf den Parkplatz des Perlen Anwesens  - AUF SANDIGEM UNTERGRUND BLOSS NICHT LANGSAM FAHREN :D :D – und parkten zufrieden inmitten der panzerähnlichen 4WD´s! HA ,der Weg dorthin war schon das Highlight und im Nachhinein war es das auch: Wir bezahlten sage und schreibe zusammen 110 Dollar, um an der Tour teilnehmen zu dürfen. Bei der Summe, so dachten wir, würde sich das sicher lohnen, doch ein wenig enttäuscht wurden wir schon. Falls ihr also mal vorhabt in Broome Urlaub zu machen – lasst diese Tour bleiben.  Zu Beginn versammelten wir uns (eine Gruppe von ca. 30 Leuten) unter einer, von Palmenwedeln bedeckten, hölzernen Terrasse. Ein junger Mann aus England schilderte uns die Anatomie der Auster, erklärte, warum und wie die Muscheln Perlen erzeugen, schilderte die Arbeit auf der Perlenfarm  und versuchte die 5 Charaktereigenschaften einer besonders tollen Perle aufzuzeigen: Glanz, Farbe, Größe, Form…. Okay Nummer fünf haben wir vergessen:D. Das Ganze war wirklich recht anschaulich und interessant – auch wenn es teilweise ziemlich schwer war, dem schnellen englischen Gerede zu folgen. Nach ca. 45 Min. gab es eine kurze Pause im anliegenden Café: Säfte, Kaffee, Tee, Kekse und selbstgebackenes Damper (Buschbrot) warteten auf uns.Das Damper war göttlich!!:D vielleicht stellten wir uns nicht nur einmal dafür an …. :P:D Nach weiteren 30 Min. fuhren wir mit einem Boot raus aufs Wasser. Warum wir dies machten, war wohl auch dem Veranstalter unklar, denn wir steuerten keine erwartete Perlenfarm an, sondern cruisten durch die Mangroven – Flüsse und hielten Ausschau nach Vogelnestern und Krokodilen! :D ?! Ja, ernsthaft!! … Wir sahen unser erstes Salzwasserkroko! Also, wir glauben den schemenhaften, doch sehr verschwommenen Umriss des Kopfes eines Krokos gesehen zu haben! :D ABER IMMERHIN!? … Okay, vielleicht hat der Kerl auf dem Boot auch eine Auster vom Grund des Wasers hochgezogen und gezeigt, wie viel Plaque drauf war, aber mehr dann auch nicht …;)Nach der kleinen, sehr perlenfixierten Safaritour, ging es in den Verkaufsraum des Anwesens. Der Engländer erklärte uns die Unterschiede zwischen echten und unechten Perlen und behang die Damenwelt mit Perlenschmuck zwischen 300$ und 35.000$! Ab da wurde es doch ziemlich peinlich: Zu offensichtlich wollte der Veranstalter die Frauen auf die Perlen scharf machen, um diese dazu zu bringen, wiederum ihre Gatten davon zu überzeugen, doch etwas für sie zu erwerben. Ja, diese Inszenierung war nur darauf ausgelegt, zu verkaufen! Schade eigentlich… Applaus gab es keinen! Der sandige Rückweg wartete auf uns – darauf freuten wir uns am meisten!:D Und da wir ja nun wieder heile und fleißig am Tippen sind, haben wir also auch diesen Weg überstanden J
Aber wie erwähnt: Unsere Akkus sind voll! Wir möchten weiter…Ja, es reicht so langsam!! Seit nunmehr an die 2 Wochen sind wir regelmäßig am Strand: Tagtäglich treffen wir dort dieselben Backpacker an. Im Gespräch angelangt, fragten wir, warum sie dort jeden Tag seien und nicht langsam die Nase voll hätten: „Wie die Nase voll?! Ist doch voll geil hier! Wir können jeden Tag chillen….! Was habt ihr denn????“
Ja, das ist ein Problem, … ein Backpackerproblem? Viele, sehr viele,.. also fast alle, die wir angetroffen haben, waren Franzosen, die am Strand liegen, ihre Hühnerbrüste in die Sonne halten, Frauen hinterher geiern, sich so absolut geil fühlen und so dermaßen von sich selbst überzeugt, biertrinkend den ganzen Tag dort abgammeln. Das ist deren Erfüllung…?! Zwei deutsche Reisende sitzen dort jeden Tag mit derselben Schlafanzughose, darunter seit 2 Wochen denselben orangefarbenen Schlüpper, auf der Wiese und gesellen sich zu den Franzosen. Sie klagen darüber, dass sie pleite seien, und tun sich dadurch hervor, den „angeblich“ letzten 5-Dollar-Schein in der Luft zu schwenken. „We will also pass this adventure, denn unsere deutschen Konten sind auch leer!“ (in unseren Augen ziemlich peinlich, das auch noch mitzuteilen und stolz darauf zu sein???) ein Mann kommt mit Bierdosen vorbei, bietet ihnen etwas an: „ Oh, danke! Das ist das Highlight unseres Tages!!!! BIIIIIIEEER“  Wir haben ihnen unsere Sichtweise geschildert und versucht,  ihnen zu verstehen zu  geben, dass wir wohl völlig unterschiedliche Ambitionen anstreben: Gut, wir sind nun wahrscheinlich als absolute Spießer verschrien, doch das stört uns nicht auch nur ansatzweise. Schade ist nur, dass man als Backpacker den besten Ruf hat, wenn man abgefuckt und asozial ist, kein Wort Englisch spricht, einen französischen Akzent hat, Alkohol und Drogen konsumiert und ein Instrument spielt, ähm Entschuldigung: Man meint, dass man eines spielen könne…., ach ja:  Dreads auf dem Kopf und die Einstellung hat, dass Australien zum chillen da ist und das Leben eine einzige Party ist! Jap, dann bisset!! (Vielleicht, aber auch nur vielleicht kommen uns diese sozialen Strukturen und Abstufungen auch von zu Hause bekannt vor? Schule? Umgebung? Manchmal fragen wir uns wirklich, nach welchen Werten junge Menschen heutzutage abgestuft werden.) Alle anderen, die nur halbwegs kultiviert sind, sind Spießer. Man hat es schon nicht leicht! Das ist auch ein Teil unserer aktuellen Problematik: Wir vertreten nicht die Meinung, dass wir hier sind um „zu chillen“, nein wir wollen etwas sehen und erleben. Doch leider bleibt uns im Moment nichts anderes übrig, als die Lebensweise der anderen zu teilen. Es ist uns schon wirklich peinlich, jeden Tag auf den Cable Beach Parkplatz zu fahren und die ganzen anderen Super Backpacker dort rumlungern sehen… Doch was sollen wir aktuell anderes machen? Die letzten zwei Wochen durften wir uns sogar den Beach-eigenen Zirkus reinziehen! :D Eine Horde französischer Backpacker in Regenbogenfgewändern bestückt mit Hulla-Hupp-Reifen, Kokosnüssen zur Jonglage und akrobatischen Körpereinlagen! Sie sollten damit auf die Fußgängerzone gehen!!  Okay… mal wieder scheren wir über einen Kamm! Aber wie ihr wisst, falls ihr den Blog wirklich verfolgt haben solltet ;), haben wir ein sehr liebenswürdiges französisches Pärchen damals in Albany kennen und mögen gelernt J!! Pauline und Remi waren dann doch ganz anders und somit JA, treffen wir auch Leute auf unserer Wellenlänge…. Aber leider reisen davon die meisten in die entgegengesetzte Richtung L. Richtiger Kontakt kann somit nicht entstehen … Generell verweilen diese Leute aber nie lange an einem Ort, genau wie wir sonst auch nicht und somit schließt sich dann auch wieder der Kreis. Nur die Chiller gammeln ab und können somit über lange Zeitperioden hinweg „Kontakte“ knüpfen – auch wenn wir in Frage stellen möchten, ob diese dann nicht nur auf Bier, Drogenkonsum und gegenseitigem Bestärken in der eigenen „Geilheit“ basieren.
So sind wir hier doch grade wie gefangen…    Der Manager des Perlenbootes hat die Wartezeit bis auf den 19.07 verlängert. Der Aufenthalt hier ist teuer, wir geben sehr viel Geld aus und müssen unser australisches Konto bald mal wieder auffüllen…  Wir hoffen so sehr auf den Job – natürlich nicht nur des Geldes wegen sondern um auch endlich wieder einer Beschäftigung nach zu gehen - … so hätten wir uns nie vorstellen können, hier die Möglichkeit zu bekommen, so abnormal viel Geld mit unserer bisherigen „Arbeitserfahrung und Qualifikation“ zu verdienen. Der Plan: Von dem Geld, welches wir noch anhäufen gleichzeitig eine tolle Zeit in Australien verleben aber auch Geld für Deutschland sparen, denn ja, wir sind sehr häufig in Gedanken in unserer Zukunft, in unserem „normalen“ Leben.
Das ist auch ein Punkt, der uns unterscheidet. Wir genießen die Zeit hier, freuen uns aber so sehr auf unser geregeltes, normales Leben, welches uns in ein paar Monaten erwartet. Wir malen uns schon aus, uns endlich an einer Uni einschreiben zu können, planen wo wir hinziehen wollen, welches Auto wir uns kaufen wollen… Ja, dieser Aufenthalt hier verändert unsere Sichtweise auf das Leben! Das Leben ist nicht nur „Nichts machen“!! Wir wollen endlich etwas  in die Tat umsetzen! Sollen die anderen noch für weitere 5 Wochen dort verweilen: WIR wollen das nicht, das blöde: Niemand versteht das! Es versteht auch niemand, dass wir nicht das Second Year Visa für noch ein Jahr in Australien haben möchten: Es ist so schwer. Wo sind hier all die vernünftigen Menschen, die einen verstehen wollen? Warum treffen wir größtenteils nur auf Verständnislosigkeit?! Kein Wunder, dass uns die alten Grey Nomads mit ihrer altmodisch, elterlichen und doch intelligenten Sichtweise auf das Leben so unglaublich sympathisch sind!... Uns fehlen Menschen, mit denen man sich unterhalten kann… z.B. auch über Erwartungen bezüglich Australien:
 Australien ist schon ziemlich anders als zuvor erwartet:
Australien ist in unseren Augen wie eine riesige Welt, eine abgeschottete Insel, fern ab der eigentlichen Zivilisation am Rande, … am Ende unseres Planeten.
Australien ist ein riesiges Land, ein so unvorstellbar großes Land…  Auf den  ungefähren 8 Millionen km²  leben knapp 22 Millionen Menschen. Im Vergleich zu Deutschland: Wir haben eine Einwohnerzahl von um die 82 Millionen Menschen auf einer Fläche von 357 T km².
Unglaublich, schon fast utopisch!
Wir haben nun ein Stück mehr als die Hälfte des Kontinentes bereist. Eine wahnsinnig lange Strecke liegt hinter uns. Wir trauen uns schon fast gar nicht, dieses Thema anzusprechen, da wir hier damit bisher nur auf Ablehnung gestoßen sind. „Wie? Ist doch voll geil hier?!!“ Niemand möchte Kritik über Australien hören. Niemand möchte auch mal negative Seiten aufgelistet bekommen. Sobald man damit beginnt , stößt man auf Unverständnis. Alle wollen nur Positives aus Australien hören. So ein Trip, ist doch viel mehr als nur stupides „an der Küste entlangfahren“, oder sehen wir das so falsch? Man macht doch auch so einen Trip, um ein wenig mehr über sich, über seine Wünsche, Vorstellungen und Ambitionen zu erfahren? Ja, ein Stück weit ein Trip zur Selbstfindung? Wir glauben manchmal, dass man dafür nicht unbedingt durch Australien reisen muss…. Aber irgendwie auch schon? Vielleicht trägt die Weite und Andersartigkeit, die Einsamkeit und die Verantwortung, die man hier auf den eigenen Schultern trägt, dazu bei…. Aber vielleicht kann man das auch wo anders?? All diese Gedanken und Empfindungen die wir hier erleben und verspüren, wären vielleicht überall auf dieser Welt in uns ausgelöst worden… doch das wissen wir nicht.

Es ist nicht so, dass wir sagen wollen, wir hätten uns vorgestellt, mehr zu sehen. Wir haben eine Menge gesehen und erlebt, so ist es nicht. Teile unserer Aufnahmen sprechen ja auch dafür J. Es ist viel mehr die Tatsache, dass dieses Land – trotz seiner Größe – so eintönig ist.                                      Wir bewegen uns mit dieser Aussage wieder auf dünnem Eis, wahrscheinlich hagelt es soeben erneut böse Kritik: „Wie kann man in Australien sein und das Wort „eintönig“ verwenden?!
Doch genau dem ist bisher sehr häufig so gewesen. Die Städte, die wir besichtigten, waren in ihrer Architektur, Bauweise usw. sehr  ähnlich. Sogar die Ampeln ertönen bei Grün mit denselben Geräuschen  :D Auch außerhalb der Städte:
Ob wir nun in Victoria zwischen Melbourne und Sydney eine Strecke von 100 Kilometern in der Einöde, in der wirklich nichts Weiteres als Buschland am Straßenrand vorhanden ist, oder 1000 Kilometer im Outback zwischen Broome und Perth zurücklegen: Es ist dasselbe „Nichts“! Es ist dieselbe Menschenleere und Einöde vorhanden. Das Traurige daran ist allerdings: Zwischen diesen beiden Distanzen, liegen sage und schreibe 5000 Kilometer! Zudem ist es so, dass es sich in beiden bzw. allen Regionen um dieselbe Kultur handelt. Die Menschen sprechen dieselbe Sprache, gehen in denselben Geschäften einkaufen, tragen dieselben Klamotten oder dieselbe neonfarbene Arbeitskluft – und da schließt sich der Kreis: Es ist ja schließlich ein Land, warum sollte auch eine Veränderung stattfinden? Es soll keine Kritik sein. Die dürfen wir gar nicht äußern: Es ist ja nun mal nicht wie in Europa, wo man verschiedene Länder, Geschichten, Kulturen und Religionen vorfindet…Australien ist und bleibt Australien.
Jetzt befinden wir uns an dem Punkt, an dem wohl das Fass zum Überlaufen gekommen ist, ja, der Westen hat es geschafft. Dieses unvorstellbare Nichts hat uns einfach erschlagen! Erinnert ihr euch noch daran, wie wir von dem Outback in Broken Hill, NSW geredet und geschwärmt hatten? Das war unser Highlight: Das erste Mal Outback… Wir fühlten uns mitten drin. Wir hatten uns ja nicht vorstellen können, dass das noch übertrumpft werden würde. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie es uns geht?!
Australien hat für seine Größe nicht gerade viel zu bieten! Alles Sehenswerte wird uns schon fast vorweggenommen. Wir bereisen mit vielen anderen Reisenden dieses Land und alle steuern dieselben „Highlights“ oder auch Orte an, denn sonst gibt es nichts anderes anzusteuern. Wir treffen hier an vermeintlich abgeschiedenen Orten dieselben Menschen wieder, die wir 3000 Kilometer hinter uns, schon sahen. Es ist schrecklich. In allen Information Points oder auch von allen Menschen die man trifft, werden wir darauf vorbereitet, was uns als nächstes, auf unseren Weg als „Highlight“ und Sehenswert angepriesen wird. Zum Teil ist es  so, als hätten wir diesen Kontinent schon einmal umkreist, da wir alles, was wir ansteuern, schon zuvor auf unendlich vielen  Flyern, Postkarten oder Broschüren gesehen haben. Es gibt keine Vielfalt, alternative Highlights fern ab der Touribusse. Das Outback ist wahrhaftig magisch, doch mit 300 fotografierenden Chinesen im Nacken, die aus ihrem klimatisierten 50 Meter langen Reisebus  fotografieren, ist das alles dann gar nicht  mehr so spektakulär. Ja, man möchte eine gewisse Einsamkeit bei diesen „Attraktionen“ einfach nur der Menschenwelt zu Hause suggerieren – doch in Wahrheit ist es ganz anders.
Beispiel Monkey Mia: Ihr habt diesen Ort auf der Karte von Western Australia in unserem letzten Blog  gefunden?!
Wie viele Reisende uns bisher fragten wie wir denn Monkey Mia gefunden hätten. Es ist schon fast witzig, doch jedes Mal lösen wir pures Entsetzen und Fassungslosigkeit bei den Leuten aus, wenn wir ihnen sagen, dass wir diesen Ort schlicht Weg übersprungen hätten – ja wir haben ihn passiert und keine Aufmerksamkeit geschenkt. „WIEE? IHR HABT MONKEY MIA ÜBERSPRUNGEN? DAS IST DOCH EIN HIGHLIGHT! ES IST DAS EINZIGARTIGE MONKEY MIA!!!!!! WAS HABT IHR DENN SONST GESEHEN??!“
Wirklich, ungelogen 98 % reagieren so! :D
Monkey Mia liegt auf einer Halbinsel, eine Einbahnstraße führt 200 Kilometer in die Spitze dieser Halbinsel in die Stadt. Unserer Meinung nach, ist besagte Stadt so ungünstig gelegen, dass sich die Regierung etwas überlegen musste, um Touristen dorthin zu locken: Delphinfütterungen!
Ja es ist wahr, in Monkey Mia werden Delphine jeden Morgen von Pflegern mit Futter an den Strand gelockt, damit die Touristen diesen Tieren so nah wie nie zuvor kommen. Dafür muss man dann noch Eintritt zahlen, sowie bei Betreten dieser Stadt am Orteingang eine kleine Spende in einer Spendenbox an der Straße zurücklassen.
Das ist unserer Meinung der Beweis: Monkey Mia scheint wohl nicht durch seine einzigartige Lage auf dieser Halbinsel zu profitieren oder gar durch die Besonderheit dieser Stadt. Nein, die Stadt sieht wahrscheinlich genau so aus, wie jede andere auch. Auch die Küste und das Meer scheinen genauso wunderbar einladend zu sein, wie im restlichen Land. Hätten Delphine nicht auch woanders gefüttert werden können? Warum sehen wir diese wunderbaren Geschöpfe schon all die Zeit an den Küsten? Warum schwimmen diese in Schwärmen sogar hier in Broome 10 Meter vom Strand hinweg, wenn es sie doch nur in Monkey Mia gibt?! Unserer Meinung: Betrug und sallop ausgedrückt: Eine verarsche ist so etwas!
Wir wollten dieser Attraktion nicht beistehen, es hat etwas von einem Zoo in vermeintlich freier Wildbahn! Und mal ganz abgesehen davon : Unser erster Delfin direkt in der Bucht vor uns war wirklich aufregend J und für uns das wahrhaftig schönere Erlebnis!
Wir möchten uns für den Ausdruck „blöde Felsen“ im letzten Blog bezüglich der Pinnacles entschuldigen! Ließen wir dieses Wort doch ohne jegliche Erklärung im Raum stehen… Doch vielleicht sollten wir es hier nochmal aufgreifen: Wir fuhren abertausende von Kilometern um die Pinnacles in Western Austrlia zu sehen. Anschließend erfuhren wir, dass es an der Ostküste – die nur von Touris belagert wird – ebenfalls Pinnacles gibt!! :D BAH!!!Wir waren schockiert!! Warum werden die Pinnacles nicht nur denen vorbehalten, die sich bis in die Tiefen des Westens vorwagen?! Und die an der Ostküste haben dafür andere einzigartige Gegebenheiten, wie das Great Barrier Reef, die Whitsundays und all das andere Tolle da??? Das ist unfair!! :D Und somit schließt sich auch der Kreis der Eintönigkeit des bisher Gesehenen…. Na super, warten also nochmal Pinnacles auf uns: Tada, wir können es kaum erwarten, ihr sicher auch nicht davon dann in unserem baldigen Blog zu lesen… ;)
Mit dem Wort „Eintönigkeit“ möchten wir Australien nicht negativ dastehen lassen. Das wäre krank. Wir wissen, und haben es am eigenen Leibe gespürt, dass dieses Land wundervoll ist. Ja, es scheint wahrhaftig eines der schönsten Länder der Welt zu sein. Diese Natur hier ist weltweit einzigartig. Dennoch erschlägt uns diese Größe, diese Leere und diese ewigen Fahrten im Nichts. Ja es ist ziemlich anstrengend… Lagerkoller?!
Der Strand hier ist genauso wundervoll wie in Sydney. Sydney ist genau wie Melbourne und Adelaide, nur das in Adelaide weniger Asiaten rumrennen. Auf unserem Weg bzw. auf den bisher bereisten 23000 Kilometern haben wir vieles gesehen, aber nicht lange so viel wie wir uns erhofft hätten. Da kann Australien nichts für, es ist ganz alleine unser Empfinden. Auf Grund dessen fiel auch unser letzter Post etwas nüchtern aus. Wir waren unmotiviert, das ganze wenig Erlebte in den letzten 3000 Kilometern, das dann auch noch mit permanent schlechtem Wetter untermalt war, auch nur irgendwie ansatzweise positiv darzustellen….
Wir wissen aber durchaus, dass wir im Moment einfach auf Grund dieser Umstände etwas erschlagen wurden… Zudem kommt  hinzu, dass wir vor ca. 7 Wochen noch eingefrorene Äpfel pflückten und nun eine Außentemperatur von mittlerweile 35 Grad herrscht… 
Wir sind ein wenig zermatscht, freuen uns aber sehr darauf bald weiter in den nördlichsten Teil des Landes zu reisen. Es warten vielleicht das erste Mal richtige Veränderungen auf uns. Nur gerade mal 200 Kilometer nördlich ist alles mit den gefährlichen Salzwasserkrokodilen verseucht, Mangrovendickichte warten, Feuchtgebiete und die Tropen, wie man sie sich vorstellt… Wir freuen uns auf die Buschwanderungen mit Aborigines, auf die wunderbaren  und weltberühmten Nationalparks Litchfield und Kakadu, in denen wir in unzähligen Rockpools und unter meterhohen Wasserfällen baden können und wir freuen uns auf den Ayers Rock im Red Centre, den wir schon bald besuchen wollen  (auch wenn wir ihn schon auf zig Bildern zuvor sahen :P ;) ). Dort wartet nicht nur das Wahrzeichen Australiens auf uns, es wartet ein noch viel schönerer Sternenhimmel und eine dortige Astrotour  und eventuell möchten wir das Red Centre aus der Perspektive eines Fesselballons bewundern.  Zu guter Letzt wartet noch das tropische und urlaubsparadiesische Queensland auf uns J meterlange Sandstrände, Korallenriffe, Segelturns?!
Vielleicht könnt ihr aus dem Wirrwarr entnehmen, was uns im Moment beschäftigt, mit welchen Gedanken und Eindrücken wir uns unseren Weg durch diesen Kontinent bahnen.
Es kann sein, dass dies nun keiner gelesen hat, da keine Fotos angefügt wurden :D?? Wir wissen, für euch Leser war es nun „ein wenig“ zäh  AABER unser Blog ist schließlich auch eine Art Tagebuch für uns… ein Ventil, uns mitzuteilen, unsere Gedanken wiederzugeben und uns selbst über all das klar zu werden. Vielleicht sehen wir all dies bald schon wieder anders, erleben die größten Veränderungen oder ändern unsere Einstellung…. Doch im Moment wollten wir uns einfach nur erklären, darstellen wie es uns geht und hoffen nun vielleicht auf Rückmeldung, Stellungnahme oder einfach Anregungen von der Welt da draußen! Denn ja, unter euch gibt es Leute, von denen wir glauben, dass sie uns verstehen werden ;)J und ja, wir vermissen euch L MÜH!!
Gruß und Kuss an unsere Heimat <3 Wir stürzen uns nun wieder in die Fluten und warten darauf, dass sich das hier ganz bald alles wieder ändert….
PS: Wir halten euch auf dem Laufenden bezüglich des Jobs.

Montag, 16. Juli 2012

Lonelyness - Western Australia


Wo waren wir schließlich stehen geblieben?- Denn wie ihr gemerkt habt, uns fehlte in letzter Zeit ein wenig die Euphorie einen neuen Blog zu schreiben – und je mehr wir „erlebten“, sahen und entdeckten, desto weniger Lust bestand auch nur ansatzweise darin, loszulegen… Es stand schon die Diskussion im Raum, den Blog einfach offline zu stellen, so wenig Lust hatten wir darauf – aber gut, nach ca. 40 Tagen haben wir uns heute dazu aufraffen können, doch endlich mal anzufangen und ein wenig in die Tasten zu hauen:
Es ist Mittwoch, der  11.07.2012, draußen ist es unglaublich heiß. Die Sonne scheint uns schon seit Tagen erbarmungslos auf den Pelz und wir sitzen gerade  in einer kleinen, muffigen Bücherei, denn: Klar, unser Netbook ist leer und muss erst mal geladen werden, bevor wir loslegen können.
Also, wo waren wir stehen geblieben?
Wir warteten  auf den Second Pick im Garten Eden im Südwesten von Western Australia und erhielten irgendwann den erlösenden Anruf von Lee, unserem Chef:
Wir könnten morgen kommen, …..unsere Payslips abholen!!
Wie, nur die Payslips abholen???! Keine Arbeit mehr?? –Nein, er habe nur noch so wenig Äpfel an den Bäumen hängen, da würde er den Rest nur mit den Locals machen!
Für unsere Begriffe hatten die sog. „Locals“, die einheimischen Pflücker, sich über zu wenig Arbeit durch zu viele Backpacker beschwert….  Somit hatten wir also an die zwei Wochen umsonst gewartet und waren auch umsonst von Perth die 300 km wieder zurückgefahren. Etwas ernüchtert, da weniger Geld als erwartet, aber mit 4 riesigen Tüten voller Äpfel,  die wir uns das letzte Mal eigenständig pflücken durften J, machten wir uns zusammen mit Camille, einer Deutschen, die wir beim Apfelpicken kennengelernt hatten, erneut auf nach Perth. Es war zwar ein verregneter, aber wunderschöner letzter Tag in dieser tollen Stadt.
Es sollte auch bei nur einem Tag bleiben. Es stand ja noch die Überlegung im Raum, uns ein schönes Wochenende in dieser Stadt zu machen, doch leider hatte uns der australische Winter doch so ziemlich eingeholt, wir wollten diesem einfach nur noch entfliehen und somit  fuhren wir ohne Camille weiter und immer weiter gen Norden, immer der Sonne entgegen!!

Grey Nomads: Endlich mal einer, der es auch ausspricht... ;)


Etwas Herzschmerz machte sich dennoch breit: Die nördlichen Strände und Küstenabschnitte von Perth gelten als wunderschön und das waren sie auch, obschon wir sie leider nur aus dem Auto wahrnahmen. Im Sommer muss es dort atemberaubend sein - Auf den Schildern und Plakaten sah das Wasser so wunderschön türkis und klar aus – ja, im Sommer muss es das Paradies sein. Doch leider waren wir zur falschen Zeit an diesem Ort. Es war grau, nass und das Meer war von starken Winden aufgewühlt und nicht auch nur ansatzweise klar. Zudem war es fürchterlich kalt – und das Wasser war noch kälter. Wir haben die Nächte unglaublich gefroren, uns im Schlaf aneinander gekuschelt und  uns mit dicken Jacken und Hosen unter unsere Schlafsäcke, die wir doppelt über uns legten, verkrochen.
Und nicht nur uns packten wir ein– unser Auto wurde ebenso eingehüllt. Tagtäglich und vor allem nachts kamen zwei riesige Planen über unser Auto, wir wickelten es förmlich ein, denn ja es lässt immer noch an einigen Stellen Regen durch! Wie nasse Ratten mussten wir uns jeden Morgen aus dem Auto schälen, drückten die Türen auf, verschoben die Planen und zaack, ein Schwall Wasser mit dem Volumen von ungefähr 12 Litern schwappte über uns und in unser Auto…
Man war das ein Spaß !! :D Zur der Zeit lag Perth ca. 500 Kilometer hinter uns und wurde von einem fürchterlichen Sturm heimgesucht.  Ein Tornado trieb sein Unwesen und die Stadt war 3 Tage ohne Strom!! Hey, da erging es uns doch noch ganz gut, oder?
Auf unserer Rest Area gab es eine kleine Überdachung, unter die wir unseren Wagen schieben konnten und somit erst mal weitere 4 Tage und Nächte dort Halt einlegten. Wir wollten der Schlechtwetterfront ihren Gar ausmachen und sie einfach an uns vorbeiziehen lassen.

Es war trotz allem eine witzige Zeit, ja wir steckten in einer kleinen undichten Notlage während derer wir dennoch nette Bekanntschaften machten: Zwei Mädels aus Ostdeutschland gesellten sich eines Nachts mit ihrem undichten Zelt zu uns unter das schützende Dach. Es war schon eine urkomische Situation…

Unser erstes Anlaufziel auf dem Weg gen Norden sollte die Plantagenstadt Carnarvon sein, in der sage und schreibe 158 verschiedene exotische Obst- und Gemüseplantagen nur darauf warteten, von uns beerntet zu werden. - So dachten wir jedenfalls…  
Doch es kam GANZ anders als gedacht:



















Ist das nicht unfair? Man es tat so weh: Wir passierten eine Farm nach der anderen in einem Backpacker-Karren-Konvoi und mussten an all der schönen „Arbeit“ vorbeifahren. Oder hättet ihr euch getraut da nochmal nachzufragen? Die Irren haben sich ja sogar schon „No Work – Schilder“ drucken lassen, wie ihr seht!!!!!! :D
Da uns Carnarvon aber ganz ehrlich gesagt eh nicht so zusprach, klauten wir am Ortsausgang noch eine 10 Kg schwere Wassermelone, 4 Kg Tomaten, Pampelmusen direkt vom Baum, Erbsen und Paprikaschoten und fuhren mit einem racheerfüllten Grinsen im Gesicht weiter gen Norden! :D


è  „Lonelyness Western Australia“:

Western Australia orange

Western Australia, der Teil Australiens, in dem wir uns schon seit einer sehr langen Zeit befinden, ist ein Staat der Extreme. Er ist ungefähr 7mal so groß wie Deutschland, was ca. einem Drittel des gesamten Kontinents entspricht, dafür leben aber nur 1,7 Millionen Menschen hier, der Großteil davon in Perth. Der Rest, der unbevölkerten Gegenden, besteht tatsächlich aus Ödland, Küste, Gebirge oder Wüste.





Es begegnen einem stundenlang nur Spinifexbüsche, weite rote „Savanne“, ab und an eine Kuh oder ein Känguru auf der Straße und am Rand Wassertürme, um das Überleben zu sichern. Riesenhafte, majestätische Adler beherrschen den Himmel, der nachts zu einem unglaublichen Sternenmeer erstrahlt! So klar und hell, dass man jedes Mal die Milchstraße entlangfahren könnte.
Dies ist die erlesene Auswahl, unserer spontan - aus - dem - Auto - heraus - fotografiert - Aufnahmen:
Majestätischer Adler :D
Riesenechse

Man grüßt sich hier auf dem Highway: Es signalisiert ein Gefühl von „Miteinander“ und Sicherheit unter den wenigen Reisenden in diesem riesigen Land – man gibt aufeinander Acht.
Auch das ist Australien. Wir glauben, dass sich kaum einer überhaupt vorstellen kann, was wir mit dieser Weite und Einsamkeit meinen. Vielleicht im Ansatz, aber wirklich gesehen haben muss man es selbst: Diese Einsamkeit bedeutet nicht nur Einöde und Langeweile, sie bedeutet viel mehr. Sie kann so unberechenbar, gefährlich, inspirierend aber auch unheimlich sein – Das ist der Reiz der Westküste!
Termiten Hügel


Gibt es dann aber mal etwas zu besichtigen, dann, aber DANN muss es auch jeder erfahren, da macht der Aussi nämlich ein ziemliches Bahai draus! :D
„Turnoff 30 Km Pinnacles Desert“
„Turnoff 10 Km Pinnacles Desert“
“Turnoff 500 m …”
“Turnoff 100 m …”
“NOW Turnoff” …
Die Pinnacles Desert:

Die sagenumwogene, beinahe schon spektakuläre „Pinaccles Desert“, eine Wüste, mitten im Nichts: der Lonely Planet beschreibt sie als eine Art Mondlandschaft, in der tausende von Kalksteinsäulen aus dem Boden hervorwuchern. Eine Theorie besagt, dass es sich um Baumstämme aus früher Urzeit, die von Sand und Kalk umschlossen wurden, handeln würde. Eine andere  hingegen behauptet, dass die Säulen einfach zusammengepresste, abgetragene Muschelschalen seien - Es bleibt wohl ein ewiger Mythos.







Wie ihr euch vielleicht eingestehen müsst, ist es ernsthaft merkwürdig, dass man abertausende von Kilometern im Nichts verbringt, dann kommt die Abfahrt „Rechts zu den Pinnacles“, man zahlt den Eintritt und steht plötzlich in einer Fläche voller Sand…. Da, wo man eigentlich erneut nichts als Spinifexbüsche und rote Leere erwartet hätte.

Es war wahrhaftig wie eine kleine eigene Welt für sich. Der Lonely Planet hatte natürlich, wie jedes Mal, etwas übertrieben, doch es ähnelte allen Ernstes einer verlassenen Mondlandschaft – ja Lonely Planet, es hatte etwas Außerirdisches, dennoch waren es „nur“ blöde Säulen, um es mal auf den Punkt zu bringen.
Meine Güte, so viele emporragende Phallusobjekte, da spielt die Phantasie schon so manchen Streich und wir wurden fündig! :D Unser Pinnacles – Highlight:



 Auf unserem weiteren Weg gen Norden machten wir einen Abstecher in den wundervollen Kalbarri National Park - ein wirklich atemberaubend schönes Geschenk Mutter Erdes.
Der NP umfasst mehr als 1000 Km² reinen Buschlandes, sein Markenzeichen: Die eindrucksvollen, feuerroten Sandsteinschluchten!

Wir hätten Stunden dort verweilen können, da der Ausblick einfach grandios war. Gerne hätten wir uns noch diverse Aussichtspunkte angeschaut, Teile der Küstenfelsen oberhalb des Flusses bestiegen, oder uns einfach vor dem „natürlichem Fenster oder auch Bilderrahmen“ niedergelassen, doch dem war leider nicht so:
Der Regen war uns immer noch auf den Fersen und somit waren die „Erdwege“ (ich will es ungern Straßen nennen :D!)  die dort hinführten, noch nicht einmal mit einem 4WD passierbar und leider gesperrt.
Auf unserem weiteren Weg wurde uns empfohlen, unbedingt einen Halt am berühmtberüchtigten Pink Lake einzulegen. Zu unserer Verwunderung war dieser wirklich Pink, ein schimmerndes Pink, über den ganzen See hinweg und nicht ein typischer blauer, wie wir ihn das letzte Mal vorfanden, als uns jemand anders erzählt hatte, wir sollten doch mal unbedingt den „Pink Lake“ in der nächsten Stadt besichtigen!!




Dieser war PIIIIIINNNNKKKK J der Wahnsinn, wie ich befand.  :D Ramon fand es eher nebensächlich, wurde aber dazu gezwungen, tausende Fotos von meiner selbst neben dem pinken See aufzunehmen! Ich denke an dieser Stelle können nur Mädchen meiner Euphorie wirklich folgen:D??

 Wir sind an diesen Tagen so viel gefahren, wie schon lange nicht mehr. Wir wollten einfach immer nur weiter, immer nur weiter Richtung Norden, denn es wartete die tropische Grenze und somit der ewige Sommer auf uns.
Und es wurde wirklich spürbar wärmer, allerdings  gleichbleibend regnerisch und bewölkt, somit leider auch beim Überqueren der tropischen Grenze.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie frustrierend es war, bei diesem bedeckten Himmel ein Foto von dem Schild zu schießen…

Wir waren nun am Ziel. Ja, wir waren am Ziel unserer Träume, waren dort angekommen, wo wir den vermeintlich ewigen Sommer erhofften. Wir erwarteten nicht nur die Sonne, nein wir erwarteten das größte Küstenriff der Welt – das Nigaloo Reef – das Riff, von dem alle Aussis schwärmten, in dem wir die buntesten Fische sehen  und  über eine magische Unterwasserwelt hinwegschnorcheln würden… Aber bei diesem Wetter???
Welche Macht da oben wollte dies alles über uns geschehen lassen? Wir waren wirklich sehr enttäuscht, suchten uns eine Camp-Möglichkeit und wollten die Weiterfahrt boykottieren! Nein, so nicht, bei diesen Umständen wollten wir das Riff nicht besuchen!
Am anderen Morgen, so schien es, meinte es Gott doch wieder gut mit uns und wir wurden das erste Mal nach einer langen Zeit von wärmenden Sonnenstrahlen geweckt. Wir frühstückten, machten uns fertig, waren überglücklich und fuhren die letzten 100 Kilometer bis nach Coral Bay, dem südlichsten Teil des Nigaloo Reef. Auf unserem Weg dorthin zog es sich erneut zu, die Sonne war weg. Wir dachten uns einfach nichts mehr dabei, setzten unseren Weg fort  und auch wenn ihr es uns nicht glauben mögt, in Coral Bay angekommen – DAS HERRLICHSTE WETTER, PURER SONNENSCHEIN ÜBER DEM GANZEN INDISCHEN OZEAN! Hinter uns, hinter den Dünen, alles mit dicken, grauen Wolken behangen… Unglaublich aber wahr! J



Es war das Paradies auf Erden! So ein wunderschöner, schneeweißer Pulversandstrand, das klarste, türkisfarbene WARME Wasser … Keine Sekunde verging und wir standen in unserer frisch erworbenen Schnorchelmontur am Strand und waren bereit für das Spektakel, welches uns erwarten würde.




Wir waren hin und weg. …
Am darauf folgenden Tag haben wir uns ins Herz des Ningaloo Reef gewagt – in den Cape Range National Park – Turquoise Bay.
Es war tatsächlich noch bezaubernder als Coral Bay. DAS war das Paradies J

Wir liefen 50m ins Wasser, legten uns flach auf den Bauch und ließen uns von einem starken Unterwassersog bis zur Sandbank über das Wasser gleiten. Von dort aus konnte der Spaß dann von vorne losgehen:







Arielle die Meerjungfrau und König Triton waren an uns verloren gegangen. Die buntesten Fische, die atemberaubendsten Korallenformen, Seegurken, Nemos und die spektakulärsten Felsformationen flogen wie in einer Traumwelt unter uns vorbei – es war einfach magisch  und ein unfassbar schönes Erlebnis. Fünf lange Tage durften wir Teil dieses Naturwunders sein.

Bilder folgen leider erst später: die Unterwasserkamera war zwar innerhalb von 5 Min. leergeschossen, doch unser derzeitiger Aufenthaltsort, Broome, ist leider zu klein, um einen eigenen Fotoentwickler zu haben – wir müssten unsere Kamera zum Entwickeln zurück nach Perth schicken lassen, das ist uns aber zu teuer!

Hört sich das nicht toll an? Ja, wenn da nicht ein paar Dinge wären, die das Ganze dann doch etwas komplizierter gestalten, als zuvor gedacht:
-          Schlafmöglichkeit:
Es ist nirgendwo erlaubt frei zu campen. Zahle somit jeden Tag für einen abgefuckten Caravanpark 26 Dollar.

-          National Park:
Um zu dieser wunderbaren Turquoise Bay zu gelangen, zahle täglich 11 Dollar Eintrittsgebühr.
-          Problematik Touri Ort:
Man zahle für eine Packung Toastbrot 5 Dollar (wohlgemerkt: anderes gibt es nicht – auch sonst gibt es in Australien übrigens nur Toastbrot!!!) , für 6 Eier 7 Dollar …

-          Problematik² Peninsula:
Ja genau, um zum Ningaloo Reef zu gelangen umrunde eine Halbinsel mit einem ungefähren Umweg von 300 Kilometern.

-          Problematik³ Geldsparmöglichkeiten:
Schleiche dich, nachdem das Caravanpark- Office gegen 18:00 Uhr schließt, auf den Platz, verbringe dort unbemerkt die Nacht und schleiche dich morgens vor 07:00 Uhr wieder vom Platz, bevor das Office erneut öffnet.  Gesegnete Nachtruhe allerseits …
Aus diesen Gründen verblieben wir leider nur 5 Tage dort. Wir konnten es uns aber nicht nehmen lassen und mussten euch einfach mal aufführen, mit welchen Alltagssituationen wir so zu kämpfen haben.
Und das war noch laaaaange nicht alles… Hatten wir nicht schon vor einigen Monaten einen Blog „Abenteuer Alltag“ angekündigt? Dafür wird es ganz bald wirklich mal Zeit…  
                   
Der weitere Weg Richtung Norden hat uns in die Mienenstadt Karratha verschlagen. Und ja, Mienenstadt ist auch das einzige, womit man diesen öden Fleck Erde beschreiben kann. :D Alles ist mit Staub bedeckt, alle Männer laufen in derselben neonorangen Mienenkluft herum, als Stadtzentrum dient ein Shopping – Komplex und die Preise sind unnormal hoch, da auch die Mienenarbeiter vom Staat unnormal hoch vergütet werden: kurzum – ein Fleckchen zum Wohlfühlen, nicht wahr?;) 
Und ja, an genau diesem Ort purer Lebensfreude haben wir erneut einen Job gefunden!! Und zwar was für einen…
Die Konditionen:
Arbeitszeiten: 04:00 Uhr bis 14:00 Uhr
Verdienst: 22 Dollar die Stunde pro Person
Arbeitsverpflichtung: 4 Monate!!
Verdienst pro Tag: 440 Dollar zusammen / Nach 1 Monat: 8800 Dollar!!!         
Unfassbar, aber eines fehlt noch,….
Der Arbeitgeber: MC DONALDS!!! :D
Der asiatische Store Manager wäre glücklich gewesen, uns einstellen zu dürfen, da wir die einzigen beiden wären, die nicht asiatisch ausgesehen hätten. :D Somit sollten wir an die Front: Bestellungen an der Kasse entgegennehmen und am Drive Inn Schalter die Kunden via Headset bedienen.
Wir lehnten ab !!!!!
Waren wir doch etwas zu feige, all dies auf Englisch zu bewerkstelligen?
Hat es uns nicht gepasst, dass wir uns für 4 Monate hätten verpflichten müssen, dass wir pro Woche 440 Dollar für eine schäbige Hostelunterkunft hätten zahlen müssen, dass die Stadt einfach total beschissen war oder wir allen Ernstes einfach ÜBERHAUPT keine Lust hatten in einem asiatischen Mc Donalds zu malochen???!!!
Vielleicht trifft ja sogar alles zu…aber Respekt für den Verdienst!
 Nach zwei durchzechten Nächten „Golf“ mit australischen Reisenden führte uns der Highway in die Hafenstadt Port Hedland.
Port Hedland: Man waren die Aussis stolz auf ihren Port in Hedland…  Wheey Port Hedland! Mit einer Hoteladresse in der Hand, die wir auf dem Weg von einem älteren deutschen Pärchen erhalten hatten, und die uns vielleicht einen Job bringen konnte, gingen wir also ins Visitorcenter, um den Weg dorthin zu erfragen…. Und wie nicht anders erwartet, bekamen wir DAS zu hören, was wir  auch im wahnsinnig „einladenden“ PORT HEDLAND vermutet hatten: „IT´S SUCH A NICE PORT?! ISN´T IT??“, dröhnte aus der korpulenten Info – Point Dame.
Gerdie schaute die Dame etwas irritiert an und erhob ihren Daumen, wie um zu sagen, dass der Hamburger Hafen oder ähnliche dann doch eher ihrer Vorstellung eines beeindruckenden Hafens entsprachen. Vielleicht war auch dies der Auslöser ihrer folgenden Ansprache…
Nachdem wir sie dann nach der Adresse des Hotels gefragt hatten, platzte es wie ein Wasserfall aus ihr heraus: Wir hätten doch nicht etwa vor, dort wegen eines Jobs so aufzukreuzen? Man riefe vorher an und obendrein sollten wir erst einmal duschen und uns regenerieren… wir sähen ja ganz fertig aus.  Wir MÜSSEN dazu erwähnen: Wir sehen hier NIE Scheiße aus, wir wissen also gar nicht was de blöde Kuh damit meinte!!!!! Mit meinem scherzhaften Einwand, wir seien zu arm, für eine Klimaanlage, es sei ziemlich heiß auf dem Weg hierher gewesen, brachte ich auch noch den letzten Schwall aus ihr hervor: … was die ganzen Backpacker sich immer denken würden, in eins der teuersten Länder der Welt zu reisen und dann immer zu behaupten, es koste ja alles so viel und sie seien zu arm. In der Stadt gäbe es keine Hostels, denn Backpacker seien hier nicht erwünscht und wir sollten uns gar nicht erst einfallen lassen, illegal in der Stadt zu campen, das hätten die Franzosen ja schon letzte Woche getan. Auch bei den Caravanplätzen sollten wir es erst gar nicht versuchen, die würden Backpacker nicht länger als eine Nacht haben wollen…. Und mit einem Hinweis auf die kostenlosen Duschen – wir sollten doch bitte FlipFlops anziehen, denn dort herrschten ihrer Meinung nach menschenunwürdige Umstände, da auch die städtischen Aboriginees dort duschen würden, ließ sie uns geplättet wieder mit unserem Schicksal allein.
Wow, so hatte hier noch nie jemand mit uns gesprochen! Das war das Allerletzte. Wir fühlten uns wie unerwünschte Ratten. Doch auf Englisch zu kontern, … wir glauben, dass wir dafür einfach zu perplex waren. Gerdie erlitt draußen einen Heulkrampf, wir tankten die Karre voll, hatten keine Lust mehr, das Jobangebot überhaupt in Betracht zu ziehen und verließen nach sage und schreibe 2 Stunden Aufenthalts den tollen Port von Hedland … und Hedland!! :D
Unsere „Golf – Freunde“ hatten uns glücklicherweise einen wundervollen Campground an einem Fluss ca. 200 Kilometer außerhalb empfohlen – dort verweilten wir die darauffolgenden 4 Tage um uns von dem Schock zu erholen. Sie hatten uns allerdings nicht gesagt, dass dort wildgewordene Rinder ihr Unwesen trieben und  nachts in Scharren ganz knapp an unserem Auto vorbeirennen würden.  Die Wäscheleine hingen wir  nachts wieder ab, damit sich so ein vorbeirennendes Viech damit nicht erdrosselte! 



Anschließend hieß es: Auf nach Broome, der Perlenhauptstadt Australiens. Weitere 400 Kilometer Einöde warteten auf uns…




Broome wirkte auf uns wie eine kleine, grüne Oase um seine Energiereserven nach den langen Outbackstraßen wieder aufzutanken. Es ist eine kleine und gemütliche, sonnenüberflutete, von Palmen beschattete Stadt, umgeben von rotem Fels, smaragdgrünen Buchten, weißen Sandstränden und dem berühmten, als Ikone geltenden Cable Beach.





Broome ist wahrhaftig eine Oase, denn anschließend folgt nur das ausgetrocknete und lehmfarbene Kimberley, in der die spektakulärsten und abgeschiedensten Landschaften Australiens zu finden sind.






Es gibt hier zwei Jahreszeiten: Die Regen- und die Trockenzeit! Zur Regenzeit wüten  monsunartige Regengüsse, die verheerendsten Stürme, die Luft ist schwül nass und die ganze Region wird in ein saftiges Grün getaucht. Jetzt zur Trockenzeit, also im Winter,  liegen die Temperaturen bei ständigen 30 Grad, die Sonne scheint tagtäglich vom Himmel und die Stadt wird von Touristen nur so belagert – denn ja, jetzt ist die Hauptanreisezeit. Hier haben gerade mal 13.000 Menschen ihren festen Wohnsitz, doch zur Trockenzeit leben  an die 30.000 Menschen in Broome.
Ja, es ist  wundervoll - wir genießen nun schon seit 2 ½ Wochen die besondere Atmosphäre dieser Stadt – trotz all dem ist und bleibt Broome eine Kleinstadt – und das merken wir so langsam –JA, ES REICHT!
Wir haben die wunderschönsten Sonnenuntergänge gesehen, haben Tage am berühmten Cable Beach verbracht – waren schwimmen, Bodyboarden oder haben einfach am Strand an unserem Teint gearbeitet.






Die Wirtschaft dieser Stadt wurde durch uns schon ordentlich angehoben: Man haben wir geshoppt! :D Souvenirs, Bar / Restaurantbesuche, Perlen, wir haben die Perlenfarm „Willie Creek“ besichtigt und das erste wirklich wunderschöne Handgepäcksstück für Gerdie besorgt – ja wir bekommen so langsam doch Probleme all unsere Anhäufungen in unsere Koffer zu bekommen…


Willie Creek Pearl farm Tour











Unsere Mastercards mussten darunter leiden, denn unser australisches Konto wurde schon ziemlich runtergewirtschaftet. Das ist auch der Grund, warum wir hier so lange abhängen - wir warten auf einen neuen Job: Diesmal könnte es für uns als „Deckhand“ auf ein Perlenboot vor der Küste Kimerleys auf den indischen Ozean gehen. Die Zu- oder Absage würden wir am 16 Juli erhalten:
Also genau Heute! :D Wir sitzen soeben erneut in der muffigen, kleinen Bücherei und hoffen doch, heute den Blog fertigzustellen und nachher doch auch endlich mal eine Antwort bezüglich des Jobs zu erhalten. Wir durchforsten gerade unsere Alben und fanden dies:

Staircase to the Moon: Auch ein Spektakel, das wir nicht verpassen wollten und wofür sich die Warterei lohnte. Von März bis Oktober finden jeden Monat drei magische Nächte statt – in diesem der 04. , 05. und 06. Juli. Einheimische und Besucher aus aller Welt versammeln sich bei Vollmondaufgang an der Roebuck Bay und warten auf die goldene Treppe zum Mond, die sich in den Schlammfächern der Bay wiederspiegeln.

In die Wartezeit fiel auch Ramons Geburtstag am 07. Juli. Wir hatten einen tollen Tag. Es gab ein super schönes Picknick am Strand unter Palmen und sogar einen Geburtstagskuchen: Marienkäfer Schokoladen Brownie :D Am Nachmittag wartete dann noch Gerdies Überraschung:



Wir haben jetzt den ganzen Tag daran gesessen, das Teil hochzuladen. Sind durch die ganze Stadt gerast...Wifi...Aufladen ....Wifi.... Sind seit 05:00 Uhr wach und genervt, da sich der Manager vom Perlenboot nicht gemeldet hat. Morgen früh kreuzen wir da auf! :D Wir fahren jetzt zu unser schmucken Rest Area, direkt an der Straße, ca. 30 Kilometer ausserhalb der Stadt! Gute Nacht allerseits ............
Das Wifi am Strand hat uns gerade auch im Stich gelassen - nun sitzen wir bei Mc Donalds und es funktioniert doch tatsächlich ... Im Hintergrund läuft Nena mit 99 Luftballons :D :D Krank ?!